Regresslos – Definition, Forderungsverkauf, Kredit

Regresslos bedeutet im deutschen Zivilrecht, dass keine Möglichkeit des Rückgriffs des Hauptschuldners auf einen ersatzweise haftenden Schuldner besteht.

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Englische Übersetzung von „regresslos“

Die englische Übersetzung für das deutsche Wort regresslos lautet „non recourse“.

Regressloser Forderungsverkauf

Die Bezeichnung „regresslos“ ist insbesondere beim Forderungsverkauf von herausragender Bedeutung: Sowohl beim Factoring als auch bei der Forfaitierung bedeutet das Attribut „regresslos“, dass der Käufer der Forderung im Falle des Forderungsausfalls nicht auf den Verkäufer der Forderung zurückgreifen kann.

Regressloser Forderungsverkauf bedeutet also, dass allein der Käufer der Forderung das Risiko des Forderungsausfalls trägt und er keine Rückgriffsmöglichkeit auf den Verkäufer hat.

Man spricht beim regresslosen Forderungsverkauf auch von der „Delkrederefunktion“ bzw. dem „Delkredererisiko“, welches der Forderungskäufer Ankauf einer Forderung übernimmt.

Die Regresslosigkeit ist beim Forderungsverkauf von so zentraler Bedeutung, dass zwischen echtem und unechtem Factoring bzw. Forfaitierung unterschieden wird:

So wird nur dann von echtem Factoring bzw. echter Forfaitierung gesprochen, wenn ein regressloser Ankauf von Forderungen erfolgt.

Da das regresslose Factoring und die regresslose Forfaitierung die für Verkäufer wichtige Schutzfunktion gegen Forderungsausfälle beinhalten, sind die unechte Forfaitierung und das unechte Factoring in Deutschland nahezu zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Denn für viele Kunden von Factoring und Forfaitierung ist gerade der Schutz vor Forderungsausfällen ohne das Risiko des Rückgriffs ein entscheidendes Argument.

Regressloser Kredit

Ein regressloser Kredit wiederum ist ein Kredit, bei dem ebenfalls ein Rückgriff ausgeschlossen wurde.

In der Praxis finden sich allerdings zwei verschiedene Ausprägungen der regresslosen Finanzierung. Je nachdem, worauf ein Rückgriff ausgeschlossen wurde.

  1. So wird bei sogenannten „Non-Recourse-Finanzierungen“ regelmäßig gerade der Rückgriff auf den eigentlichen Kreditnehmer ausgeschlossen, da das finanzierte Projekt selbst die Cash-Flows zur Tilgung der Finanzierung erbringen soll.
  2. Darüber hinaus gibt es weitere regresslose Kredite, bei denen die Besicherung auf bestimmte Sicherungsgüter (z.B. eine Immobilie) beschränkt ist. Ein weitergehender Rückgriff auf Vermögensbestandteile oder eine persönliche Haftung des Kreditnehmers ist hingegen ausgeschlossen. Diese Art von Krediten wird teilweise auch als „Non-Recourse-Loan“ bezeichnet.
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