Akzeptkredit – einfach erklärt, Beispiel, Ablauf

Der Akzeptkredit ist eine weitere im Außenhandel sehr beliebte Finanzierungsform. In diesem Artikel wird Ihnen die Funktionsweise und der Ablauf einfach erklärt. Zusätzlich geben wir Ihnen ein konkretes Beispiel.

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Akzeptkredit – Ablauf einfach erklärt

Klassische Fremdfinanzierungen sind Geldleihen: Der Kreditnehmer bekommt von seiner Bank einen Kredit in Form von Bargeld, Zahlungsmitteln oder Kreditlinien eingeräumt.

Der Akzeptkredit ist aber keine Geldleihe sondern eine Kreditleihe: Bei dieser erhält der Bankkunde zunächst kein Geld.

Stattdessen akzeptiert das Kreditinstitut einen vom Kunden ausgestellten Wechsel: Daher auch die Bezeichnung „Akzept“ für den akzeptierten Wechsel – im Gegensatz zum nicht akzeptierten Wechsel, der sogenannten „Tratte“. Indem die Bank den Wechsel akzeptiert, wird sie zur Bezogenen und damit wechselrechtlich (Art. 28 I WechselG) verpflichtet, den Wechsel am Tag der Fälligkeit einzulösen und an den Gläubiger ihres Bankkunden zu leisten. Hierdurch stellt die Bank ihrem Kunden ihre eigene Bonität zur Verfügung und verschafft diesem so Finanzierungsspielraum bei seinem Geschäftspartner.

Im Kreditverhältnis zwischen der Bank und ihrem Kunden verpflichtet sich der Kreditnehmer, die Wechselsumme in der Regel einen Tag vor Fälligkeit des Wechsels vorzuhalten. Alternativ vereinbart die akzeptierende Bank den Ankauf des Wechsels unter Gutschrift des Wechselbetrags (abzüglich des Diskontzins) an den Kreditnehmer. Sodass der Kreditnehmer seinen Geschäftspartner mit dem Gutschriftsbetrag bezahlen kann.

Da der Akzeptkredit vorwiegend im Außenhandel Anwendung findet, handelt es sich bei den Bankkunden in der Regel um Importeure oder Exporteure.

Der Akzeptkredit wird auch als Diskontkredit bezeichnet und zählt zu den kurzfristigen Sofortkrediten (häufig ohne Bonitätsprüfung), mit einer Laufzeit von regelmäßig maximal drei Monaten.

Beispiel

Das Importunternehmen A kauft Stoffbahnen bei dem polnischen Exportunternehmen C. Da A aktuell nicht über flüssige Mittel in ausreichender Höhe verfügt, wendet es sich an seine Hausbank B mit dem Wunsch, einen Akzeptkredit abzuschließen. Hierzu stellt A einen Wechsel in Höhe des Rechnungsbetrages auf C  aus („Tratte“), den die Hausbank B als Bezogene akzeptiert („Akzept“). Am Fälligkeitstag bezahlt B den C aus dem Wechsel und Importeur A seine Bank B aus dem Kreditverhältnis.

 

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