Business Angel – Definition, Venture Capital, Startup

Der Business Angel ist für junge Unternehmen eine beliebte Variante der Wachstumsfinanzierung. Denn Banken scheiden als Finanzierungspartner für Start-Up-Unternehmen oftmals von vornherein aus. Dieser Artikel zeigt, was Business Angels eigentlich genau sind, wie sie Start-Up-Unternehmen unterstützen und was sie von Venture Capital unterscheidet.

Definition

Ein Business Angel ist eine vermögende Privatperson, die sich finanziell an jungen Unternehmen (Start-up-Unternehmen) beteiligt. Gleichzeitig unterstützt der Business Angel die Gründer mit Erfahrung und Kontakten in einer sehr frühen Phase des Unternehmens. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Business Angels selbst um erfolgreiche frühere Gründer, die ihr eigenes Unternehmen mittlerweile verkauft oder an die Börse gebracht haben und oftmals dadurch zu ihrem Vermögen gekommen sind. Es kann sich aber auch um erfahrene Unternehmer oder Manager handeln. In beiden Fällen bietet ein Business Angel jungen Gründern das, worüber diese oftmals nicht oder zu wenig verfügen: Kapital, Know-how  und Kontakte. Der Business Angel wird durch seine Investition zum Teilhaber an den Risiken und Chancen der Unternehmensentwicklung.

Abkürzung und deutsche Übersetzung

Abgekürzt wird der Business Angel mit „BA“. Eine deutsche Übersetzung für Business Angel würde „Unternehmensengel“ oder „Geschäftsengel“ lauten.

Finanzierung eines jungen Unternehmens

Auch wenn der Business Angel eine Person ist, versteht sich unter der Bezeichnung Business Angel auch eine Form der Unternehmensfinanzierung. Genauer gesagt: Eine Form der Unternehmensfinanzierung ohne Eigenkapital.

Abgrenzung zum Venture Capital

Ebenso wie beim Venture Capital handelt es sich auch bei der Beteiligung des Business Angels um Wagniskapital bzw. Risikokapital. Es stellt sich demnach die Frage, worin eigentlich die Unterschiede zum Venture Capital bestehen.

1. späterer Zeitpunkt

Business Angels steigen früher in das Unternehmen ein als ein Venture-Capitalists. Während Business Angels das Unternehmen bzw. die Existenzgründer in einer sehr frühen Phase unterstützen, steigen Venture-Capital-Geber eher zu einem späteren Zeitpunkt ein, wenn das junge Unternehmen nicht mehr in der Anfangsphase steckt.

2. weniger Kapital

Business Angel sind Einzelpersonen. Im Gegensatz zu Venture Capital Gesellschaften können sie daher regelmäßig im Durchschnitt auch nur weniger Kapital aufbringen und in das Start-up-Unternehmen investieren. So beteiligen sich Business Angel normalerweise nur bis durchschnittlich 250.000 Euro am Unternehmen. Teilweise verbinden sich aber mehrere Business Angels zu Konsortien, um auf diesem Wege mehr Kapital für das junge Unternehmen aufzubringen.

3. mehr Beratung und individueller Mehrwert

Dieses Weniger an Kapital wird aber in der Regel durch ein Mehr an Beratung durch den Business Angel im Vergleich zum Venture-Capitalist wieder wett gemacht. Gute Business Angels zeichnen sich gerade durch Coaching der Gründer und Rat bei strategischen Fragestellungen aus. Branchenerfahrene Business Angels oder Fachexperten auf anderen Gebieten können bei ganz konkreten Problemen einen ebenso konkreten Mehrwert liefern. Dieser kann unter Umständen schnell geringere Kapitaleinlagen vielfach ausgleichen. Kapitalorientierte Venture-Capital-Geber können den Gründern oftmals nicht viel mehr als Kapital und Kontakte bieten.

4. schnellere Entscheidungen durch flachere „Hierarchien“

Da Business Angel Einzelpersonen sind, müssen sie ihre Entscheidungen im Zweifel auch nur vor sich selbst rechtfertigen. Während also bei Venture-Capitalists eine Investitionsentscheidung häufig mehrstufig und zeitaufwändig getroffen werden muss, können Business Angel schnell und selbständig entscheiden.

5. längerer Beteiligungshorizont

Ein Venture-Capital-Fonds legt sein Geld nicht für die Ewigkeit an, sondern er hat in der Regel bereits bei Einstig in das Start-up-Unternehmen ein recht konkretes Exit-Szenario. Venture-Capital-Beteiligungen an Gründerunternehmen werden in der Regel nach maximal sieben Jahren wieder verkauft, um den Investoren Kapitalrückflüsse zu bieten. Ein Business-Angel hat nicht unbedingt ein so konkretes Ausstiegsszenario vor Augen. Gerade bei entsprechender persönlicher Bindung (zum Beispiel durch individuelle Beiträge) an das Unternehmen wird von Business Angels ein Evergreen-Ansatz verfolgt. Das Kapital steht dem Unternehmen also auch wesentlich länger zur Verfügung als bei Venture-Capital-Gebern.

Fazit zum Business Angel

Der Artikel zeigt also, dass Business Angels weit mehr als bloße Kapitalgeber mit Renditeabsicht sind. Durch ihr individuelles Know-how mit Management- und Branchenerfahrung können sie für junge und aufstrebende Unternehmen oftmals einen Mehrwert bieten, der in Geld nicht aufzuwiegen ist. Business Angels können so im wahrsten Sinne des Wortes zu echten Engeln für Unternehmen und Geschäftsidee werden. Noch dazu sind sie in einer Phase, in der viele noch nicht an den Erfolg des Unternehmens glauben würden, bereit, in dieses zu investieren.

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