Businessplan – Unternehmensform bzw. Rechtsform

Im nächsten Abschnitt Ihres Businessplans geht es um die Unternehmensform bzw. Rechtsform Ihres gegründeten Unternehmens bzw. Startups. In diesem Artikel geben wir Ihnen daher einen kurzen Überblick über die nach deutschem Recht möglichen Unternehmensformen. Weiterhin erhalten Sie einige Entscheidungsfaktoren für die Wahl der für Sie passenden Unternehmensform.

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Unternehmensform / Rechtsformen

Rechtsform verleiht einem Unternehmen die innere Organisationsform und die äußeren gesetzlich erforderlichen Rahmenbedingungen. Der Gesetzgeber stellt verschiedene Unternehmensformen zur Auswahl: So kann unter anderem zwischen der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (“GbR“), der Offenen Handelsgesellschaft („OHG“), der Kommanditgesellschaft („KG“), der Gesellschaft mit beschränkter Haftung („GmbH“) und der Aktiengesellschaft („AG“) gewählt werden.

Entscheidungskriterien

Es gibt nicht die einige richtige Gesellschaftsform für Gründer und Startups, Stattdessen sollten Sie die Wahl der Unternehmensform von Ihrem speziellen Unternehmen mit seinen Eigenarten und Ihrer individuellen Situation abhängig machen.

Die Wahl der Rechtsform hat weitergehende Konsequenzen: So fallen je nach Rechtsform unterschiedlich hohe finanzielle Belastungen an (Stammeinlage, Notarkosten).

Im Businessplan sollte nicht nur die Rechtsform selbst erwähnt sondern auch die Entscheidung begründet werden.

Die Entscheidung ist nicht für die Ewigkeit gedacht: Eine Änderung der Rechtsform ist grundsätzlich jederzeit möglich – allerdings mit Kosten verbunden.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien für oder gegen eine Unternehmensform sind Haftung, Versteuerung und Buchführung.

Haftung

So unterscheiden sich die Rechtsformen haftungsseitig dahingehend, ob den Gläubigern des Unternehmens nur das Gesellschaftsvermögen haftet (Kapitalgesellschaften) oder auch die Gesellschafter vollständig mit ihrem Privatvermögen.

Kapitaleinlage

Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Unterscheidung der einzelnen Unternehmensformen ist die erforderliche Kapitaleinlage. Während bei Personengesellschaften keine Mindesteinlage erforderlich ist, wird diese bei Kapitalgesellschaften unbedingt benötigt. So sind für eine GmbH 25.000 Euro und für eine AG sogar 50.000 Euro Kapitaleinlage erforderlich. Wenn Ihnen das zu viel ist, Sie aber dennoch die Vorzüge einer Kapitalgesellschaft genießen wollen, sollten Sie sich die sogenannte „Unternehmergesellschaft“ (Ausnahmefall zur regulären GmbH) anschauen.

Einen Ratgeberartikel zur “Mini GmbH” Unternehmergesellschaft – UG (haftungsbeschränkt) haben wir Ihnen hier bereits verfasst.

Besteuerung

Die Wahl zwischen einer der Personengesellschaften und einer der Kapitalgesellschaften hat auch auf die Besteuerung des gegründeten Unternehmens unmittelbaren Einfluss: Denn während die Kapitalgesellschaften der Körperschaftssteuer unterliegen, müssen Gesellschafter von Personengesellschaften ihre Einkünfte im Rahmen der persönlichen Einkommensteuer versteuern.

Buchführung

Ebenfalls auf die Buchführungs- und Bilanzierungspflicht hat die Wahl der Rechtsform einen unmittelbaren Einfluss. Denn alle Kapitalgesellschaften und Gewerbetreibende bzw. GbRs, deren Jahresumsatz 500.000 Euro oder deren Gewinn 50.000 Euro übersteigt, sind zur kaufmännischen Buchführung („doppelte Buchführung“) verpflichtet, §§ 238 ff. iVm. 241a HGB. Am Ende eines Geschäftsjahres müssen die betroffenen Unternehmen einen Jahresabschluss und einen Lagebericht erstellen.

Eine schöne Übersicht über die zur Auswahl stehenden Rechtsformen finden Sie hier (vom Bundesministerium für Wirtschaft).

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Fazit

Wie Sie am vorliegenden Artikel erkennen können, ist der Abschnitt Rechtsform im Businessplan nicht einfach mit der Darstellung der Wahl der Rechtsform getan. Stattdessen sollten Sie Ihre Entscheidung für die jeweilige Rechtsform auch angemessen begründen können. Hierfür ist es natürlich erforderlich, dass Sie sich im Vorfeld auch ausreichende Gedanken darüber gemacht haben, für welche Rechtsform Sie sich entscheiden und warum.

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