Langfristiges Kapital – macht Unternehmer und Banker glücklich

Langfristiges Kapital ist bilanzanalytisch so etwas wie der heilige Gral – wird von allen angestrebt, ist aber nicht nur mit Vorteilen behaftet. Im heutigen Artikel geht es um das langfristige Kapital und welche Bedeutung es für die Unternehmensfinanzierung hat.

Bevor wir uns das aber genauer anschauen, setzen wir uns erst einmal mit der Definition auseinander.

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Definition

Eine Definition für langfristiges Kapital zu finden ist gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Wer unseren letzten Artikel zum langfristigen Fremdkapital angeschaut hat, wird schon wissen, wohin die Reise geht:

Langfristiges Kapital ist die Summe aus langfristigem Fremdkapital und Eigenmitteln des Unternehmens.

Bilanz

Eine eigenständige Bilanzposition mit der Bezeichnung „langfristiges Kapital“ lässt sich also gar nicht erst finden.

Wer das langfristige Kapital ermitteln möchte, muss das langfristige Fremdkapital des betreffenden Unternehmens mit den Eigenmitteln (Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel – z.B. Nachrang- oder Hybrid-Kapital) addieren.

Eine besondere Rolle in der Bilanz hat das langfristige Kapital insbesondere bilanzanalytisch im Rahmen der Anlagendeckung. Denn die goldenen Bilanzregel bzw. goldenen Bankenregel besagt, dass langfristiges Vermögen des Unternehmens auch langfristige finanziert werden soll.

Weiterführende Informationen zur goldenen Bilanzregel finden sich auf dem Controlling-Portal.

Eine langfristige Finanzierung setzt sich aus langfristigem Fremdkapital und Eigenkapital zusammen.

So kommt eigentlich erst der Begriff „langfristiges Fremdkapital“ zustande. Denn eine eigenständige gesetzliche Definition des Begriffs sucht man ansonsten vergebens.

Bedeutung

Die Bedeutung des langfristigen Kapitals geht insoweit kaum über die des langfristigen Fremdkapitals hinaus. Und dennoch ist seine Bedeutung immens für finanzierende Bank und Unternehmer selbst gleichermaßen.

Hartes Eigenkapital ist es, was jede Bank liebt. Nichts bietet mehr Sicherheit, da dieses Kapital unbefristet dem Unternehmen zur Verfügung steht und damit auch schwierigere Phasen problemlos begleiten kann.

Direkt danach kommt dann aber schon das langfristige Kapital. Auch wenn es nicht unbefristet im Unternehmen verbleiben wird, steht es dennoch länger zur Verfügung als jedes andere Kapital.

Damit kann es das Wachstum eines Unternehmens ebenso begleiten wie mögliche Strategieänderungen während des Lebenszyklus des Unternehmens. Langfristiges Kapital ist demnach nicht so sehr den Launen und möglicherweise Ängsten des Finanzierers ausgesetzt. Stattdessen herrscht Finanzierungssicherheit für Banken und Unternehmer selbst.

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Dementsprechend hoch wird langfristiges Kapital von Banken und anderen Finanzierungspartnern angesetzt, wenn es um die Bonität eines Unternehmens geht.

Fazit langfristiges Kapital

Einen eigenständigen Begriff „langfristiges Kapital“ gibt es eigentlich gar nicht. Der Begriff als solcher entspringt ebenfalls der bereits im vorigen Artikel zum langfristigen Fremdkapital thematisierten Anlagendeckung. Langfristiges Kapital ist also insoweit lediglich die Erweiterung des bereits thematisierten langfristigen Fremdkapitals um das Eigenkapital des Unternehmens.

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