Prämissenset

In Teil 4 („Financials“) meiner Artikelserie „Kredit beantragen für Firmenkunden und Geschäftskunden“ habe ich ja schon angedeutet, dass Sie die Qualität Ihrer Unternehmensplanung durch die Darstellung eines Prämissensets deutlich erhöhen können. Gerade wenn es um Sprunginvestitionen oder den Kontakt zu Private Equity-Investoren geht, kann man mit einer so ausgefeilten Unternehmensplanung glänzen.

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In dem Ihnen nun vorliegenden Artikel werde ich Ihnen daher erklären, worum es sich bei einem Prämissenset handelt; und worin der Zusatznutzen bei diesem Instrument besteht.

Prämissenset

Wenn Sie eine Unternehmensplanung für Ihr eigenes Unternehmen aufsetzen, bilden Sie damit die mögliche Zukunft Ihres Unternehmens ab. Und weil auch Sie (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) nicht in die Zukunft sehen können, bewegen Sie sich auf diesem Wege im Bereich einer Prognose. Das heißt, mit Ihrer Unternehmensplanung treffen Sie eine konkrete (zahlenmäßige) Prognose über den (zahlenmäßigen) Erfolg Ihres Unternehmens in der Zukunft.

Dieser, Ihrer Prognose über die Zukunft Ihres Unternehmens liegen aber bestimmte Annahmen zugrunde, die Sie – entweder bewusst oder unbewusst – getroffen haben.

Einfaches Beispiel:

Wenn der Umsatz Ihres Unternehmens in den letzten 10 Jahren um exakt 2% p.a. gewachsen ist und Sie schreiben dieses Wachstum im Rahmen eines 5-Jahres-Planung für die kommenden 5 Jahre fort, haben Sie eine zentrale Annahme getroffen:

Die Annahme, dass alles so bleibt, wie es ist.

Kleine Annahme, große Wirkung

Wenn Sie diese Grundannahme „Alles bleibt so, wie es ist.“ aber einmal ein bisschen aufdröseln, merken Sie, dass diese scheinbar simple und naheliegende Annahme eigentlich eine Aggregation aus sehr vielen verschiedenen Annahmen bzw. Teilannahmen ist: Zum Beispiel, dass die weltwirtschaftliche oder zumindest nationale Konjunktur, Ihre jeweilige Branche, Ihr lokaler Markt, die Abnehmer etc. sich jeweils oder wenigstens in Summe identisch zu den Vorjahren entwickeln. Und schon sehen Sie, dass eine scheinbar einfache und naheliegende Annahme oftmals eigentlich ziemlich weit hergeholt ist.

Und indem Sie eine Plan-GuV und eine Planbilanz für Ihr Unternehmen und dessen Zukunft erstellen, treffen Sie zahlreiche solcher Annahmen.

Wenn Sie dies stillschweigend oder gar unbedacht tun, können Sie davon ausgehen, sehr schnell Gegenwind von der Investoren- oder Bankseite zu bekommen.

Ein Prämissenset ist demgegenüber die Zusammenstellung der von Ihnen getroffenen und Ihrer Unternehmensplanung zugrunde liegenden Annahmen:
Also welche Annahmen haben Sie zu Konjunktur national, weltweit und in Ihrer Branche angenommen, um zu den von Ihnen quantifizierten Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Ergebnis zu kommen? Welche Annahmen haben Sie für Preisentwicklungen bei Material und Personal angenommen? Welche für Entwicklung des Zinsniveaus, Beteiligungsergebnisses und den Anlagenspiegel? Und, und, und….

Nutzen

Der Vorteil eines solchen Prämissensets besteht in erster Linie darin, dass Sie eine quantifizierte und damit zugleich qualifizierte Diskussionsgrundlage für Ihren Dialog mit Investoren und Bankern schaffen.

Wenn Sie sich in Ihrer Branche und Ihrer Absatzregion gut auskennen, werden Ihre Annahmen für Umsatz- und Ertragsentwicklung nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen sein. Aber um an dieser Stelle einen qualifizierten Dialog mit Geldgebern führen zu können, ist die hochwertige Sammlung und Darstellung der von Ihnen getroffenen Prämissen erforderlich.

Aber nicht nur das: die Aufstellung eines Prämissensets ist darüber hinaus auch unverzichtbare Voraussetzung für die Sensitivierung. Und zu dieser kommen wir beim nächsten Mal…

Sie sehen also: Eine Unternehmensplanung ist wichtig für einen qualifizierten Dialog mit Banken und möglichen Investoren. Aber erst ein Prämissenset lässt Ihre Unternehmensplanung plausibel und validiert erscheinen. Sparen Sie nicht an dieser Stelle!

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