STEP Analyse – Definition, Nutzen und Grenzen

In Teil 3 (Geschäftsmodell, Markt und Wettbewerb) meiner Artikelserie: Kredit beantragen für Firmenkunden und Geschäftskunden habe ich die STEP Analyse bereits kurz erwähnt.

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In meinem heutigen Artikel werde ich dieses wichtige Instrument zur Bewertung und Analyse eines unternehmerischen Geschäftsmodells genauer beleuchten.

Neben einer genaueren Definition des Modells werde ich mir die Anwendungsgebiete und die Grenzen der STEP Analyse genauer anschauen.

Definition: Was ist die STEP Analyse?

Wie oben bereits dargestellt handelt es sich bei der STEP Analyse (alternativ oftmals auch: PEST Analyse) um ein Bewertungsmodell zur Analyse eines konkreten Geschäftsmodells. Genauer gesagt der Umwelt eines spezifischen Geschäftsmodells.

Die Analyse erfolgt beim STEP oder PEST Modell nach speziellen Beurteilungsfaktoren, deren Anfangsbuchstaben dann als Akronym STEP oder eben PEST ergeben:

Sozio-kulturelle Faktoren sind hierbei unter anderem das Bildungsniveau, das Einkommensniveau, die Bevölkerungs- und demografische Entwicklung sowie der regionale Arbeitsmarkt, aber auch Werte und Lebensstil in der Umwelt des Unternehmens.

Technologische Faktoren umfassen vorwiegend aktuelle und zukünftige Technologien sowie Forschung der Wettbewerber und Forschungsausgaben des Staates.

Ökonomische Faktoren sind im Rahmen der STEP Analyse insbesondere die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung, die Geldwertentwicklung, das aktuelle Zinsniveau, der Arbeitsmarkt und mögliche Lieferanten.

Politische Faktoren beschreiben jegliche Einflussnahme seitens des Staates. Also zum Beispiel die Regulierungen in einer bestimmten Branche, die Fiskalpolitik, aber zum Beispiel auch allgemeine politische Stabilität oder mögliche Subventionen.

Zur genaueren Analyse wird das STEP Modell in manchen Fälle um ökologische (STEEP Analyse) und / oder rechtliche Faktoren (STELP Modell) erweitert.

Anwendungsgebiet: Welchen Nutzen hat die STEP Analyse?

Mithilfe der STEP Analyse lässt sich das Geschäftsmodell eines Unternehmens bewerten, indem eine Analyse der konkreten Umwelt des Unternehmens erfolgt.

Die Anwendungsbereiche der STEP Analyse sind vielfältig: So dient sie nicht nur Fremdkapital- und Eigenkapitalgebern als Instrument zur Beurteilung des konkreten Risikos eines Investments. Auch Firmeninhaber und Gesellschafter können das eigene Geschäftsmodell mit diesem Instrument immer wieder überprüfen und auf die Probe stellen.

Aber gerade auch für Gründer kann die STEP-Analyse ein wertvolles Arbeitsmittel darstellen: Wenn die Wahl noch nicht auf einen endgültigen Standort gefallen ist, können auch zukünftige Unternehmer selbst mit diesem Instrument Standortalternativen prüfen und miteinander vergleichen.

Das Gleiche gilt natürlich für bereits etablierte Unternehmen und die Überlegungen, ob und wo ein weiterer Standort eröffnet werden soll.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die STEP Analyse immer dann zur Anwendung kommt, wenn ein konkretes Geschäftsmodell auf seine konkrete Umwelt an einem konkreten Standort überprüft werden soll.

Abgrenzung: Welche Grenzen hat die STEP Analyse?

Mit der genauen Bestimmung des Anwendungsgebietes ist die Abgrenzung im Grunde auch schon hergeleitet: Die STEP Analyse (oder: PEST Analyse) beschränkt sich eben auch nur auf die relevanten exogenen Faktoren des Geschäftsmodells. Es findet gerade keine Analyse der unternehmensinternen Faktoren des Geschäftsmodells statt. Welche Rolle das Geschäftsmodell des zu bewertenden Unternehmens gegenüber Wettbewerbern, Lieferanten und möglichen Kunden im konkreten Fall einnimmt, muss daher im Rahmen eines anderen Bewertungsmodells (z.B. Porter’s Five Forces) analysiert werden.

Wie in den Wirtschaftswissenschaften allgemein üblich, findet also eine Analyse ceteris paribus statt: Es wird die konkrete Umwelt an einem konkreten Standort analysiert. Das Unternehmen ist aber tatsächlich im Rahmen dieser Analyse zu vernachlässigen und theoretisch durch jedes anderen Unternehmen ersetzbar, da eine Analyse des konkreten Unternehmens nicht erfolgt. Wechselwirkungen zwischen dem Unternehmen und den exogenen Faktoren einmal außen vor gelassen!

Fazit

Die STEP Analyse ist ein unverzichtbares Instrument, um die Umwelt eines konkreten Geschäftsmodells zu analysieren und zu bewerten.

Aufgrund seiner Flexibilität ist die STEP Analyse für jede Art von Kapitalgebern geeignet und wird daher nicht nur von Banken und anderen FK-Gebern genutzt, sondern auch von Value-Investoren und Gesellschaftern bzw. Teilhabern.

Die STEP Analyse beschränkt sich dabei allerdings ceteris paribus auf die Umwelt des Geschäftsmodells und vernachlässigt daher das „Unternehmensinnere“.

Um das Geschäftsmodell daher abschließend analysieren zu können, müssen weitere Analyseinstrumente herangezogen werden.

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