Teil 2 – Ihr Vorhaben

Nachdem im ersten Teil meiner Artikelserie Kredit beantragen für Firmenkunden und Geschäftskunden Ihr Unternehmen Gegenstand der Darstellung war, geht es im heutigen zweiten Teil um Ihr konkretes Vorhaben. Denn im Rahmen der Kreditbeantragung und Kreditentscheidung für Geschäftskunden und Firmenkunden muss natürlich zu einem frühen Zeitpunkt auf den Hintergrund der Transaktion, also Ihr Vorhaben eingegangen werden.

Ihr Vorhaben

So wird in diesem zweiten Schritt Ihr konkretes Vorhaben genauer benannt und bereits grob eingeordnet. Es finden also erste Einordnungen statt, ob Sie eine Betriebsmittel- oder Investitionsfinanzierung benötigen. Ob Sie etwas leasen oder Forderungen factorieren. Oder ob Sie sogar überlegen, einen Wettbewerber zu kaufen – was dann einer sog. „Akquisitionsfinanzierung“ entsprechen würde.

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und seine Hintergründe

Viel wichtiger als die Einordnung Ihres Vorhabens (denn diese ist in erster Linie für den Kreditgeber und seine internen Prozesse wichtig) ist die Herleitung des Anlasses bzw. Hintergrundes Ihrer Finanzierungsanfrage.

So muss in der Darstellung des Hintergrundes Ihres Vorhabens und Ihrer Finanzierungsanfrage genau zum Ausdruck kommen,

  1. wie die Ausgangslage vor dem Vorhaben ist,
  2. welche Ziele mit dem Vorhaben verfolgt werden (Was soll sich verbessern? Welche Chancen sollen genutzt werden? Welche Risiken sollen vermieden werden?) und
  3. wie der neue Zustand nach Finanzierung und Umsetzung des Vorhabens aussehen soll.

Es muss also im Rahmen der Kreditbeantragung ein klarer unternehmerischer Mehrwert (mehr Absatz, weniger Kosten, neuer Markt, bessere Position im Wettbewerb etc.) herausgearbeitet werden, damit eine Kreditentscheidung bereits das Vorhaben als sinnvoll bewerten und berücksichtigen kann.

Ihre Einflussmöglichkeiten

Während Ihr Vorhaben selbst auch von Ihnen nur faktisch dargestellt werden kann, ist es eine der entscheidenden Herausforderungen für Sie, die Bank bzw. den Fremdkapitalgeber von der unternehmerischen Begründung Ihres Vorhabens zu überzeugen.

Bedenken Sie: Niemand kennt Ihre Branche, Ihr Geschäftsmodell, Ihren Wettbewerb und Ihren Markt so gut wie Sie!

Selbstverständlich wird Ihr Banker auch etwas von Ihrer Branche verstehen oder sich wenigstens aneignen können. Aber der Experte sind und bleiben Sie!

Also ist es auch an Ihnen, die überzeugenden Argumente für Ihr konkretes Vorhaben noch überzeugender ‚rüberzubringen!

Kein Banker wird sich rationalen und plausiblen Argumenten entziehen können.

Das bedeutet keinesfalls, dass Sie Ihr Vorhaben in den blumigsten Farben und bar jeden Realitätsbezuges darstellen sollten. Ganz im Gegenteil: Eine realistische Einschätzung der Chancen und Wahrscheinlichkeiten zahlt sich an dieser Stelle bereits aus.

Aber je besser es Ihnen gelingt, die unternehmerischen Argumente für Ihr Vorhaben zu präsentieren, desto leichter wird es Ihrem Banker fallen, Ihr Vorhaben intern der Kreditentscheidung zu vermitteln. Nicht selten wird er Ihre Worte zur Marktfolge weitertragen.

Fazit

In diesem zweiten Abschnitt wird Ihr Vorhaben erst grob kategorisiert – Einflussmöglichkeiten haben Sie hierbei kaum. Es wird aber auch eine Darstellung des Hintergrundes Ihres Vorhabens erfolgen. Hierbei haben Sie dann sehr große Einflussmöglichkeiten, da Sie der Unternehmer sind und Sie unternehmerische Erfordernisse plausibler transportieren und vermitteln können als es jeder Banker könnte.

Auch hier gilt wieder: Wenn Sie sich selbst dieser Herausforderung nicht gewachsen fühlen, nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch.

Hier geht es zum dritten Teil – Geschäftsmodell, Markt und Wettbewerb

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