Teil 5 – Finanzierungsstruktur und Transaktionsstruktur

Nachdem wir uns im vorangegangenen Teil meiner Artikelserie ja bereits mit dem Zahlenmaterial Ihres Unternehmens auseinandergesetzt haben, bleiben wir auch in diesem Teil im Bereich der Zahlen.

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Diesmal soll es allerdings nicht um die Zahlen Ihres Unternehmens gehen, sondern um die Zahlen der von Ihnen gewünschten / geplanten und schlussendlich beantragten Finanzierung. Zusätzlich möchte ich mit Ihnen in diesem Teil den (möglichen) Themenbereich „Transaktionsstruktur“ näher beleuchten. Dieser spielt allerdings nur im Spezialfall einer Akquisitionsfinanzierung eine Rolle.

Die Finanzierungsstruktur

Die Finanzierungsstruktur ist im Grunde nichts Anderes als eine übersichtliche Zusammenstellung (oftmals in Tabellenform) der wichtigsten Parameter der in Rede stehenden Finanzierung.

Sie müssen sich den Prozess der Kreditbeantragung in gewisser Weise als einen internen Verkaufsprozess vorstellen: Ihr Ansprechpartner der Bank ist Vertriebsmitarbeiter und kann den Kredit in der Regel nicht allein entscheiden. Das heißt, er muss – sofern er selbst von Ihnen als Schuldner, und Ihrem Kredit als Engagement überzeugt ist – seine eigene Überzeugung intern einem Kreditentscheider vermitteln. Er muss den Kredit also intern seinem Kreditentscheider verkaufen.

Die in eine Übersicht gegossene Finanzierungsstruktur kann hierbei als eine Art einfacher „Prospekt“ gesehen werden.

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Regelmäßige Parameter der Finanzierungsstruktur

Regelmäßige Bestandteile der Finanzierungsstruktur sind:

  • Kreditnehmer (Ihr Unternehmen und / oder etwaige Tochtergesellschaften)
  • Garantiegeber (dito)
  • Kreditgeber (i.d.R. eine oder mehrere Banken, aber auch andere Institutionen möglich)
  • Betrag
  • Währung (Euro und / oder Fremdwährungen)
  • Fazilitäten (sofern es um einen Kredit mit mehreren Tranchen geht; z.B. eine Betriebsmitteltranche und eine Investitionstranche)
  • Mittelverwendung (Verwendungszweck, sofern verbindlich vereinbart)
  • Laufzeit
  • Bearbeitungsgebühr / Arrangierungsprovision (falls vereinbart)
  • Zinssatz (besteht in der Regel aus Referenzzinssatz + Marge)
  • Start-Marge (falls Margin-Grid, vereinbart)
  • Bereitstellungsprovision
  • Sicherheiten
  • Financial Covenants

Die Darstellung dieser Parameter fließt übersichtsartig in den Beantragungsprozess ein und ermöglicht so Ersteller und Empfänger einen schnellen Austausch über die relevanten Kernkriterien des in Rede stehenden Kredites.

Wichtig ist die Finanzierungsstruktur auch, um Missverständnisse im Diskussionsprozess der Kreditentscheidung vorzubeugen. Denn was schriftlich einheitlich fixiert wurde, kann nicht mehr für Missverständnisse sorgen.

Transaktionsstruktur

Die Transaktionsstruktur ist hingegen etwas anderes als die Finanzierungsstruktur. Hierbei geht es keinesfalls nur um eine übersichtliche Darstellung wesentlicher, vereinbarter Parameter. Stattdessen findet die Erwähnung und Darstellung der Transaktionsstruktur nur im Spezialfall Akquisitionsfinanzierung Anwendung. Also nur für den Fall, dass Sie vorhaben, ein anderes Unternehmen zu kaufen.

In diesem Fall wird sich die Transaktionsstruktur dann aber in drei Unterthemen teilen:

  1. Organisationsstruktur vor Transaktion
    Wie war das Target bisher im alten Unternehmensverbund integriert? bzw. Wie war das Target bisher als Unternehmens(verbund) organisiert?
  2. Mittelherkunfts- und Mittelverwendungsrechnung (bezogen auf die Transaktion)
    Mit welchen Mitteln werden welche Assets, Kaufkosten und Betriebsmittel finanziert?
  3. Organisationsstruktur nach Transaktion
    Wie wird das Target nach Kauf in den neuen Unternehmensverbund integriert? bzw. Wie wird das Target in Zukunft als Unternehmens(verbund) organisiert?

Und tatsächlich dient zwar auch die Darstellung der Transaktionsstruktur einer gewissen Übersichtlichkeit. Im Gegensatz zur Finanzierungsstruktur geht es aber keinesfalls nur um das schnellere Erfassen bekannter und leicht verständlicher Vorgänge. Sondern es geht darum, sehr komplexe und schwer nachvollziehbare Vorgänge und Hintergründe scheinbar einfacher Transaktionen begreifbar und verständlich zu machen. Denn gerade im Bereich komplexer Akquisitionen haben Sie es oftmals mit zwei komplexenen und eng verflochtenen Gruppenkonstrukten zu tun, die aufgebrochen bzw. neu gebildet werden müssen.

Ihre Einflussmöglichkeiten

In diesem Bereich erstrecken sich Ihre Möglichkeiten der Einflussnahme im Grunde auf zwei Kategorien:

  1. Verständlich machen und
  2. Verstehen.

Wobei beide auch in genau dieser Reihenfolge für Sie relevant werden: Im ersten Schritt ist es Ihre Aufgabe, Ihr Vorhaben und Ihre Finanzierungsidee Ihrem Ansprechpartner bei der Bank verständlich zu machen. Das heißt nicht, dass Sie bereits mit einem fertig ausgearbeiteten Strukturmemorandum bei der Bank auf der Matte stehen sollen. Als Idealfall kann Ihnen dieser Gedanke allerdings durchaus dienlich sein: Je konkreter Sie sich bereits über die möglichen Parameter einer Finanzierung Gedanken gemacht haben, umso leichter wird es am Ende der Bank fallen, diese Parameter zu prüfen und gegebenenfalls durch andere zu ersetzen. Und somit wird das Risiko für Missverständnisse deutlich gesenkt. Denn, wenn Sie wissen, was Sie wollen und dieses Wissen gut transportieren können, ist das nach meiner Erfahrung bereits (deutlich) mehr als die halbe Miete.
Und: Bedingungen, über die von vornherein Einigkeit herrscht, brauchen nicht mehr verhandelt zu werden. Das erspart beiden Seiten Zeit und Nerven.

Der zweite Schritt, das Verstehen, bedeutet dann „nur“ noch, dass Sie den Alternativvorschlag der Bank hinsichtlich seiner Abweichungen von Ihrem Ursprungskonzept einschätzen und bewerten können.

Merken Sie sich also bitte: Die leicht verständliche und hinreichend konkrete Darstellung Ihres Finanzierungswunsches sollten Sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen: Sie ist Verkaufsargument und Vorbeugung von Missverständnissen gleichermaßen.

Ebenso wie bei den Konsultation mit Ihrem Ansprechpartner bei der Bank ist professionelle Unterstützung hier unter Umständen sehr sinnvoll.

Hier geht es zum sechsten Teil – Management und Reporting

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4 Kommentare

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