Volatilität – Bedeutung, Definition, Volatilitätsindex

Volatilität ist einer der Begriffe, die jedem Anleger eher früher als später begegnen. Aber wie lautet eigentlich die genaue Definition von Volatilität? Und welche Bedeutung hat sie für die erfolgreiche Geldanlage denn nun wirklich? In diesem Artikel beantworten wir Ihnen unter anderem diese Fragen.

Duden

Laut Duden handelt es sich um ein feminines Substantiv, das einerseits in der Chemie und andererseits im Finanzwesen Einzug hält.

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Während in der Chemie mit der Volatilität die Flüchtigkeit von Gasen beschrieben wird, interessiert uns natürlich vorrangig die Definition Volatilität im Bereich Finance.

Volatilität Definition

Demnach sei die Volatilität „das Ausmaß der Schwankung von Preisen, Aktien- und Devisenkursen, Zinssätzen oder auch ganzen Märkten innerhalb einer kurzen Zeitspanne.“

Ich denke, das kann man im Großen und Ganzen so stehen lassen, obwohl man es an der einen oder anderen Stelle noch sauberer schreiben könnte.

Ich gehe da eher den statistischen Ansatz und meine zur Definition, dass Volatilität ganz einfach die Schwankung von Zeitreihen bezeichnet.

Volatilität Bedeutung

Aber natürlich sind aus finanzieller Sicht damit in erster Linie die Schwankungen von Preisen, Kursen und Zinssätzen interessant.

Denn wenn Marktteilnehmer ihre Handlungen auf die Entwicklung von Preisen, Kursen oder Zinssätzen abstellen, sind deren Schwankungen von großem Interesse.

Die Volatilität kann insofern als die Schwankungsbreite des Basiswerts gesehen werden. Also welchen Schwankungen ist die Anlage in der Vergangenheit unterlegen.

Die Schwankungsbreite wird somit als Maß für das Risiko der Anlage gesehen.

Nachteile

Allerdings ist sie dabei ein nur unzureichendes Risikomaß, da sie keine Auskunft über die Richtung der Schwankung gibt. Und in den meisten Fällen ist nur eine Schwankungsrichtung unvorteilhaft, die andere hingegen kein Risiko sondern oftmals sogar Wunsch.

Weiterhin kann nur die historische Schwankungsbreite Eingang in die Berechnung zukünftiger Risikomodelle finden. Es ist allerdings nicht gesagt, dass ein historisches Ausmaß an Schwankungen 1:1 auf die Zukunft übertragen werden kann.

Trotz dieser offensichtlichen Unzulänglichkeiten wird die Volatilität im Finanzwesen dennoch im Finance als Risikomaß geschätzt.

Volatilitätsindex

Wie groß die Bedeutung wirklich ist, zeigt sich daran, dass es alle wichtigen internationalen Aktienmärkte einen eigenen Volatilitätsindex veröffentlichen als schnelle verfügbares Barometer für die Stimmungslage.

In den USA ist dies der VIX in Deutschland der VDAX.

implizite Volatilität

Der VDAX gibt die implizite Volatilität für den Deutschen Aktienindex (DAX) an, also die erwartete Schwankungsbreite.

Diese soll dem oben beschriebenen Nachteil ausgleichen, indem sie gerade nicht auf historische Werte des DAX zurückgreift, um damit die Schwankungsbreite zu messen. Sondern stattdessen aktuelle Optionspreise und andere volatilitätsindizierende Faktoren in komplexe Berechnungen („Black-Scholes-Modell“).

Allerdings ist meines Erachtens auch in diesem Fall nur ein Abstellen auf die Einschätzung von Marktteilnehmern erfolgt – nur in diesem Fall mehr auf diejenigen Marktteilnehmer, die Derivate handeln.

Ein Rückgriff auf Zahlen der Zukunft ist naturgemäß nun einmal nicht möglich, weshalb wir uns mit solchen Modellannahmen zufrieden geben müssen.

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Fazit

Es ist nicht völlig von der Hand zu weisen, dass eine konkrete Entwicklung der Vergangenheit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine konkrete Entwicklung in der Zukunft indizieren kann. Aber ebenso sicher wird jede Wiederholung irgendwann unterbrochen werden. Wenn es um das Spiel mit Wahrscheinlichkeiten geht (und nichts anderes ist Geldanlage), dann sind solche Wahrscheinlichkeiten nicht vorteilhaft.

Allerdings sind Rückgriffe auf Zahlen der Zukunft nun einmal naturgemäß unmöglich. Also müssen wir uns nach wie vor mit Modellen zufrieden geben, die eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit aus Entwicklungen der Vergangenheit ableiten.

Ob und wie vertrauenswürdig diese Modelle dann sind, hängt davon ab, wie dieser Zusammenhang im konkreten Modell methodisch umgesetzt wird.

Insofern ist die Bedeutung der Volatilität für die Geldanlage sehr groß. Neben der Rentabilität gilt sie als zweit wichtigster Faktor.

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