Wie du selbst den Zinssatz beeinflussen kannst

Wenn man sich die Zinssätze der Banken anschaut, scheinen diese (selbst bei der gleichen Kreditart) oftmals willkürlich gewählt zu sein. Dem ist aber tatsächlich nicht so. In diesem Artikel möchte ich dir daher kurz erklären, wie sich die Zinssätze bei den meisten Banken berechnen und wie du selbst den Zinssatz beeinflussen kannst.

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Wie berechnet sich der Zinssatz bei Banken?

Auch wenn es für Otto Normalverbraucher vielleicht manchmal den Anschein hat, so werden die Zinssätze der Banken nicht wahllos festgelegt. Stattdessen unterliegen die Zinssätze der Banken wenigstens teilweise immer wieder dem gleichen Grundprinzip:

Zinssatz = Refinanzierung + MargeRisiko.

Auf diese drei Bestandteile möchte ich nun kurz eingehen, um dir zu erläutern, auf welche du Einfluss nehmen kannst bzw. welche hiervon unterschiedlich zwischen einzelnen Banken und Sparkassen ausfallen können.

  1. Refinanzierung:
    Der Begriff „Refinanzierung“ beschreibt die Kosten, zu denen die Bank das Geld, das sie dir als Kredit gibt, selbst einkauft. Diese Kosten orientieren sich am allgemeinen Zinsniveau, können von dir nicht beeinflusst werden und sind von Bank zu Bank beziehungsweise Sparkasse immer in etwa gleich.
  2. Marge:
    Die Marge ist der Teil des Zinssatzes, den die Bank verdienen möchte.
    Die Marge ist natürlich von Bank zu Bank und Sparkasse zu Sparkasse unterschiedlich. Denn nicht jede Bank ist gleich billig oder teuer.
  3. Risiko:
    Dieser Teil des Zinssatzes spiegelt das individuelle Risiko deines Kredits aus der Sicht der Bank oder Sparkasse wider. Das heißt, die Bank nimmt eine individuelle Bewertung des Risikos deines Kredites vor und berechnet zum Ausgleich für dieses Risiko einen Zinsaufschlag, der in den Zinssatz einfließt.
    Die Risikokosten kannst du im Gegensatz zu den zuvor genannten Teilen des Zinssatzes beeinflussen, indem du das Risiko (aus Sicht der Bank) senkst.
    Auch kann die Höhe der Risikokosten zwischen den einzelnen Banken und Sparkassen unterschiedlich ausfallen, da jede Bank eigene Berechnungsformeln für das Risiko deines Kredites anwendet.

Wie kann ich selbst die Höhe des Zinssatz beeinflussen?

Wie oben bereits dargestellt, kannst du den Zinssatz der Banken nur über die Komponente „Risikokosten“ selbst beeinflussen. Das heißt, du musst das statistische Risiko, das die Bank in einer Kreditvergabe an dich sieht, senken.

Hierzu musst du erst einmal wissen, welche Faktoren wiederum auf die Risikokosten der Banken und Sparkassen Einfluss haben:

  1. dein regelmäßiges Einkommen,
  2. dein Vermögen,
  3. deine Verschuldung,
  4. dein bisheriges Kreditverhalten,
  5. dein Familienstand,
  6. deine Wohnsituation,
  7. dein Arbeitsverhältnis,
  8. …und noch einige andere.

Wie du siehst, sind Banken mittlerweile zu sehr differenzierten Risikoeinschätzungen anhand einer Vielzahl von Kriterien in der Lage.

Das heisst aber auch, dass du auf viele von diesen Kriterien Einfluss nehmen und damit den Zinssatz beeinflussen kannst:

  1. Du erwartest eine Lohnerhöhung in den kommenden Monaten? Dann warte vielleicht noch mit der Beantragung deines Kredites, bis du ein höheres Einkommen hast.
  2. Selbstverständlich bewerten die meisten Banken ein vorhandenes Vermögen positiv. Wenn du dieses auch noch als Eigenkapital einsetzt, verbessert sich der Zinssatz sogar noch (oftmals deutlich) mehr.
  3. Prinzipiell schätzt die Bank die Rückzahlung deines Kredites umso sicherer ein, je weniger Schulden du insgesamt hast. Und ab einem gewissen Verschuldungsgrad wird sie dir sogar gar keinen Kredit mehr gewähren können.
  4. Du hast bisher bei deiner Bank Kredite regelmäßig und fristgerecht bedient? Dann solltest du zuerst bei dieser Bank nach einem Kredit fragen. Sie wird deine bisherige positive Zahlungsmoral wahrscheinlich zu schätzen wissen und dich mit einem besseren Zinssatz belohnen als eine Bank, die dich noch kaum bis gar nicht kennt.
  5. Ein Kunde, der verheiratet ist oder in einer festen (womöglich eingetragenen) Partnerschaft lebt und Kinder hat, wird tendenziell immer als sichererer Kreditkunde eingeschätzt, als einer, der noch Single ist. Vielleicht steht ja die Gründung deiner Familie unmittelbar bevor? Das Warten könnte sich mit einem günstigeren Zinssatz bezahlt machen.
  6. Wohneigentum, das noch dazu auf Kredit finanziert wurde, stellt für viele Kreditinstitute die sicherste Wohnsituation für einen Kreditnehmer dar. Gemietete Wohnungen werden demgegenüber als statistisch eher riskanter bewertet.
  7. Unbefristete Arbeitsverhältnisse werden befristeten selbstverständlich bevorzugt. Vielleicht steht ja eine Entfristung deines Arbeitsvertrages an?

Diese Liste ist selbstverständlich weder abschließend noch allgemeingültig. Aber sie gibt dir ein paar gute Anhaltspunkte an die Hand, wie du selbst aktiv den Zinssatz beeinflussen kannst. Wenn man es geschickt anstellt, können mit dieser Liste schon mal der eine oder andere Prozentpunkt herausgeholt werden.

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