Businessplan – Geschäftsidee, Geschäftsmodell, Produkt

Die Geschäftsidee ist nicht nur die Grundlage einer Existenzgründung sondern auch der Anfang des Businessplans. Basierend auf der Geschäftsidee entwickeln Sie das detaillierte Dienstleistungs- oder Produktangebot. In diesem Artikel zweigen wir Ihnen daher heute, wie Sie den Abschnitt über Geschäftsidee richtig formulieren und damit auf den Punkt bringen.

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keine Vorkenntnisse der Adressaten

Wie Sie bereits in unseren früheren Artikeln zum Businessplan erfahren haben, richtet sich der Businessplan in der Regel an eine Mehrzahl von Adressaten. Neben den Investoren gehören auch Banken und andere Stakeholder zu den Adressaten des Businessplans. Und auch wenn diese Adressaten in der Regel über (finanz-)wirtschaftliche oder Branchen- und Marktkenntnisse verfügen, haben sie in der Regel keinerlei Vorkenntnisse zu Ihrer konkreten Geschäftsidee.

Es ist also Ihre originäre Aufgabe und nach unserer Erfahrung auch größte Hürde, einem prinzipiell vollkommen unwissendem Adressatenkreis Ihre individuelle Geschäftsidee zu transportieren. Ohne dass Sie hierbei zu sehr ins Technische abgleiten. Denn damit kann ein Adressat ohne Vorkenntnisse am wenigsten anfangen. Stelle Sie sich hierbei während der Erstellung immer vor, dass Sie die Geschäftsidee einem völlig unbedarften Laien vorstellen. Vermeiden Sie daher Fachbegriffe, soweit es möglich ist. Oder erklären Sie diese im Vorfeld. Oftmals sind Bilder und Grafiken für Laien leichter verständlich. Da theoretische Planungen so schneller transparent und greifbar werden. Auch beim Verständnis größerer Zusammenhänge sind Bilder und Grafiken häufig von Vorteil.

Und wenn wir schon bei den Laien sind: Leihen Sie sich ein paar Laien aus! Nutzen Sie den Kreis Ihrer Freunde und Verwandten und testen Sie die Formulierung Ihrer Geschäftsidee an diesem! Wenn Ihre Großmutter die Geschäftsidee verstanden hat, wird es auch Ihr Banker tun.

nicht zu ausführlich, nicht zu speziell

Wir können immer wieder feststellen, dass viele Gründer den Teil Geschäftsidee tendenziell zu ausführlich gestalten. Es soll nicht jeder technische Aspekt bis ins kleinste Detail dargestellt werden. Stattdessen soll der Adressatenkreis sich einen Überblick über das Geschäftsmodell und das geplante Leistungsangebot verschaffen können.

Im Ergebnis soll der Leser verstehen, womit die Umsätze generiert und damit letzten Endes Geld verdient werden soll.

Starten Sie erst mit groben und allgemeinen Informationen und führen Sie den Leser somit schrittweise in komplexere Themengefilde.

darzustellende Informationen

 Der Abschnitt zur Geschäftsidee sollte wenigstens die folgenden Informationen enthalten:

  • allgemeine Formulierung der Geschäftsidee
    Hier formulieren Sie Ihre Geschäftsidee kurz und knackig in zwei bis drei Sätzen.
  • Leistungsangebot
    Welche Produkte oder Leistungen haben sich aus der Geschäftsidee ergeben?
  • Zielgruppe
    An wen richtet sich Ihr Produkt / Ihre Leistung? Welche spezifischen Merkmale weist Ihre Zielgruppe auf?
  • Kundennutzen
    Welchen Nutzen bietet Ihr Produkt oder Ihre Leistung der definierten Zielgruppe? Inwieweit unterscheidet sich Ihre Geschäftsidee von bestehenden Konzepten? Welchen Zusatznutzen bietet Ihr Geschäftsmodell Ihrer Zielgruppe?
  • Geschäftspotenzial
    Welches Geschäftspotenzial bietet Ihr Geschäftsmodell? Wie hoch prognostizieren Sie die gesamte Nachfrage?
  • Vertriebskanal
    Auf welchem Weg sollen Sie Ihr Produkt an den Mann bringen? (stationärer Einzelhandel, Online-Shop)
  • Vertriebsgebiet
    Wo wollen Sie Ihr Produkt anbieten? (lokal, regional, national, international)

Umfang für den Abschnitt „Geschäftsidee, Geschäftsmodell und Produkte“

Das Geschäftsmodell und die Produkte / das Leistungsangebot sollten im gesamten Businessplan nicht mehr Raum einnehmen als 2 bis 3 Seiten.

Sonderfall I: Franchise

Beim Franchising entwickeln Sie keine eigene Geschäftsidee sondern übernehmen eine bereits bestehende und zumeist schon erfolgreiche. Man könnte also meinen, dass eine Darstellung der Geschäftsidee im Businessplan damit verzichtbar wäre. Aber das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Auch bei einem Businessplan für ein Franchising sollten Sie in Ihrem Businessplan das Konzept genau beschreiben und das Geschäftspotenzial nachvollziehbar ermitteln. Denn das gleiche Geschäftsmodell ist nicht unter allen Bedingungen gleich erfolgreich. Regional etablierte Wettbewerber können auch das erfolgreichste Geschäftsmodell zu einem regionalen Rohrkrepierer verkommen lassen.

Daher noch einmal: Auch beim Franchising gehört die ausführliche Darstellung des Abschnitts „Geschäftsidee“ in den Businessplan. Neben der gewohnten Darstellung des (Franchising-)Geschäftsmodells, gehen Sie auf den Franchisegeber, den Ablauf des Franchising und die von Ihnen geplante lokale Umsetzung ein.

Sonderfall II: Unternehmensnachfolge

Wenn Sie ein bereits bestehendes Unternehmen übernehmen, müssen Sie natürlich auch Aussagen zur Geschäftsidee treffen.

Zusätzlich sollten aber auch Angaben dazu gemacht werden, wie die  Eigentumsverhältnisse vor und nach der Übernahme aussehen und ob ggf. Anpassungen vorgenommen werden sollen.

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