Tilgungsdarlehen

Tilgungsdarlehen ist einer der Begriffe, die einem im Zusammenhang mit dem Thema „Kredit“ immer wieder begegnen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was es damit auf sich hat und welche Konditionen damit verbunden sind.

Tilgungsdarlehen Definition

Tilgungsdarlehen ist jedes Darlehen, bei dem über eine feste Laufzeit eine Tilgungsleistung vereinbart wird. Die Tilgung erfolgt also über die Laufzeit des Darlehens.
Tilgungsdarlehen ist damit ein Oberbegriff, der als Darlehensarten unter anderem das Annuitätendarlehen, das Hypothekendarlehen und das Abzahlungsdarlehen umfasst.

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Abzugrenzen ist das Tilgungsdarlehen vom endfälligen Darlehen (auch: Festdarlehen oder Fälligkeitsdarlehen), bei welchem die vollständige Tilgung des Darlehens erst am Ende der Laufzeit erfolgt.
Weiterhin ist es natürlich vom Kontokorrentkredit oder vergleichbaren Kreditlinien abzugrenzen, bei denen keine feste Tilgung vereinbart wird.

Tilgungsdarlehen kommen grundsätzlich für Privatkunden, Firmenkunden und Geschäftskunden in Frage.

Synonyme

Alternative Bezeichnungen für das Tilgungsdarlehen sind Ratentilgungsdarlehen,

englische Übersetzung

Das englische Wort für Tilgungsdarlehen lautet „amortising loan“.

Sondertilgungen

Mit manchen Kreditgebern kann die Möglichkeit einer Sondertilgung vereinbart werden. Diese beträgt häufig 5 – 10% der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr. Der Kreditnehmer kann dann selbst jährlich entscheiden, ob er die Sondertilgungsmöglichkeit in Anspruch nehmen und somit den Kredit früher zurückzahlen bzw. die zukünftige Zins- und Tilgungslast senken möchte.

Zinsen

Die Zinsen für ein Tilgungsdarlehen werden über die Dauer der vereinbarten Zinsbindung in der Regel jährlich auf die verbliebene Restschuld gezahlt. Der Kapitaldienst setzt sich also beim Tilgungsdarlehen ebenfalls aus Zins und Tilgung zusammen.

Die Zinsen sind also nach folgender Formel zu berechnen:

Z = R * p

Z – Zinsen

R – Restschuld

p – Zinssatz

Beispielrechnung:

Wenn im zweiten Jahr der Kreditlaufzeit von der ursprünglichen Kreditsumme von 10.000 Euro noch 8.000 Euro Restschuld verblieben sind und ein Kreditzins von 5% p.a. vereinbart wurde, beträgt der zu zahlende Zins 400 Euro.

8.000 Euro * 0,05 = 400 Euro

Damnum / Disagio

Einige Banken vereinnahmen zusätzlich zu den Zinsen ein Disagio (auch: Damnum) vereinnahmt. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche Gebühr für die Ausreichung des Darlehens, die von der auszuzahlenden Kreditsumme abgezogen wird.

Es wurde ein Disagio von 2% auf die Darlehenssumme von 10.000 Euro vereinbart: Es wird nur eine Summe von 9.800 Euro auf das Konto des Kreditnehmers ausgezahlt.

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Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • höhere anfängliche Tilgung als beim Annuitätendarlehen oder endfälligen Darlehen
  • Restschuld sinkt schneller
  • frühere Vermögensmehrung beim Finanzierer eines Anlagegutes
  • niedrigere Zinslast über die gesamte Laufzeit des Darlehens
  • geringere Gesamtkreditkosten

Nachteile:

  • höhere anfängliche Belastung im Vergleich zu Annuitätendarlehen oder enfälligem Darlehen
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