Klumpenrisiko – Definition einfach erklärt, 5 große Fragen

In der Welt der Kapitalanlagen wird der Begriff Klumpenrisiko verwendet, um das Potenzial einer Gruppe von Vermögenswerten zu beschreiben, gemeinsam im Preis zu fallen. Diese Art von Risiko kann Aktien, ETFs, Immobilien und Gold betreffen. Die am meisten gefährdeten Vermögenswerte sind diejenigen, die eine hohe Konzentration des Eigentums aufweisen. In diesem Blogbeitrag werden wir das Risiko fehlender Streuung im Detail erörtern und aufzeigen, welche Vermögenswerte am stärksten gefährdet sind. Außerdem werden wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema beantworten.

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Klumpenrisiko Definition – Was ist das? (einfach erklärt)

Wen vom Klumpenrisiko gesprochen wird, müssen wir uns im ersten Schritt erst einmal klarmachen, dass dieser Begriff nicht nur für Vermögensanlagen sondern auch in der allgemeinen Wirtschaft verwendet wird.

Vom Klumpenrisiko spricht man daher allgemein, wenn eine Häufung von Ausfallrisiken in einem Gesamtportfolio vorliegt, die alle in hoher positiver Korrelation zueinander stehen.

Oder noch einfacher ausgedrückt: Alle diese Ausfallrisiken würden mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichzeitig eintreten.

im Bankwesen

Im Bankwesen findet sich das Klumpenrisiko bei den Kreditnehmern:

Wenn eine Bank (relativ) zu hohe ausstehende Kreditvolumina in einem bestimmten Kundensegment angehäuft hat.

Das Risiko fehlender Streuung bei Banken kann in folgenden Formen auftreten:

  • Adressenkonzentration (zu viel Kredit an einzelne Kreditnehmer),
  • Sektorkonzentration (zu viel Kredit an einzelne Branchen),
  • Klumpenrisiko bei Währungen (zu viel Kredit in bestimmten Währungen),
  • Regionenkonzentration (selbsterklärend) und natürlich
  • das Klumpenrisiko in bestimmten (zumeist eher schlechten) Ratingklassen von Kreditnehmern.

im Versicherungswesen

Im Versicherungssektor wird das Klumpenrisiko auch „Risikokumul“ genannt. Es entsteht, wenn viele Versicherungsnehmer potenziell von dem gleichen Ausfallereignis betroffen sind. Denn in diesem Fall kann das „Gesetz der großen Zahlen“, das ein wesentlicher Baustein des Versicherungsgeschäfts ist und risikomindern wirkt, nicht zum Tragen kommen.

Das Risiko fehlender Streuung im Versicherungsgeschäft kann ebenfalls in Versicherungsnehmern, Sektoren, Regionen etc. auftreten.

Klumpenrisiko in der Industrie

In der Industrie betrifft das Klumpenrisiko regelmäßig Lieferanten- und Abnehmerkonzentrationen.

Gerade im Mittelstand können ganze Unternehmen von dem Ausfall eines wichtigen Lieferanten oder Abnehmers so schwer in Mitleidenschaft gezogen werden, dass der Fortbestand des Unternehmens gefährdet wird.

Banken achten bei der Kreditvergabe im Corporate Finance Bereich regelmäßig darauf keine zu hohen Konzentrationen auf einzelne Abnehmer oder Lieferanten beim Kreditantragsteller vorzufinden.

Klumpenrisiko in der Vermögensanlage

Auch in der Vermögensanlage bezeichnet Klumpenrisiko die Häufung bestimmter Vermögenswerte im Portfolio, die im Falle negativer Ereignisse alle gemeinsam verlieren würden.

Wenn eine dieser Vermögenswerte fällt, werden also alle anderen vom Risiko fehlender Streuung betroffenen Vermögensanlagen in Mitleidenschaft gezogen.

Beispiel:

Ein typisches Beispiel ist die Konzentration auf einzelne Branchen. Wenn ein Anleger Autoaktien von Daimler aber auch von BMW hält, werden beide Werte leiden, sobald der Ölpreis steigt und Autofahren teurer wird.

Ein weiteres Beispiel ist die Konzentration auf einzelne Länder: Wenn die Konjunktur in einem bestimmten Land abstürzt, leiden nahezu alle Aktien dieses Landes und werden dementsprechend im Kurs fallen.

Welche Geldanlagen sind betroffen?

Grundsätzlich betrifft das Klumpenrisiko alle Vermögensanlagen, die wenigstens ein Preisminderungsrisiko haben.

Das heisst, praktisch betroffen von diesem Risiko sind regelmäßig insbesondere Aktien, ETFs und Immobilien.

Klumpenrisiko bei Aktien

Wie weiter oben bereits dargestellt, sind Aktien beinahe prädestiniert für das Klumpenrisiko.

Wer eine größere Auswahl Einzelaktien im Depot hat, wird regelmäßig Berührungspunkte mit diesem Risiko haben. Allerdings ist dies den meisten Anlegern gar nicht so richtig bewusst.

So unterliegen gerade deutsche Aktionäre einer sogenannten Home Bias, also der Neigung eher Unternehmen aus dem eigenen Heimatland zu kaufen. Es ist einfach zu verführerisch, dasjenige Investment zu kaufen, das man aufgrund der eigenen Heimat und Sprache besser kennt. Doch, wenn es mit der deutschen Wirtschaft einmal nicht so rosig aussieht, leiden die Depots solcher Anleger überdurchschnittlich.

Auch die o.g. Sektorkonzentration findest sich immer wieder bei Aktienanlegern: Weil man in einer bestimmten Branche gute Gewinne erzielt hat, kauft man nun weitere Titel aus dieser Branche. Wenn der konjunkturelle Zyklus in der Branche dann den Rückwärtsgang einlegt, kommt das ganze Depot unter die Räder.

Klumpenrisiko bei ETFs

Naturgemäß sind ETFs durch das Klumpenrisiko viel weniger gefährdet als beispielsweise Aktien.

Denn ETFs bieten qua Konzeption schon eine gewisse Risikostreuung über unterschiedliche Vermögenswerte.

Wer also einen besonders breit aufgestellten ETF wie den MSCI World kauft, braucht sich erstmal über das Risiko fehlender Streuung keine Sorgen zu machen.

In einzelnen Branchen- oder Länder-ETFS lässt sich aber durchaus immer mal wieder auch eine Konzentration feststellen.

Das gilt üblicherweise für Spezial-ETFs für beispielsweise Technologiewerte oder auch aufstrebende Länder. Gerade in Tech-Fonds kann schnell ein Wert durch die Decke gehen und dann einen wesentlich höheren Anteil am Portfolio ausmachen, als eine sinnvolle Risikostreuung gebietet.

Das Gleiche gilt für Schwellenländer-ETFs. Auch hier kann schnell die Wertentwicklung eines einzelnen Wertes das gesamte Depot auf den Kopf stellen.

Klumpenrisiko bei Immobilien

Auch Immobilien-Portfolios sind anfällig für das Klumpenrisiko:

Wenn ein Anleger mehrere immobilien in der gleichen Stadt oder sogar in der gleichen Straße kauft, ist das Klumpenrisiko eindeutig vorhanden. Wenn zum Beispiel ein Feuer in einem der Gebäude ausbricht, wirkt sich dies negativ auf den Wert aller anderen Immobilien aus.

Der Grund dafür ist, dass potenzielle Käufer nun davon abgehalten werden, eine Wohnung in dieser Gegend zu kaufen.

Bei welcher Geldanlage ist das Risiko für zu geringe Streuung am höchsten?

Erfahrungsgemäß ist das Klumpenrisiko bei Aktienanlagen am ausgeprägtesten.

Das liegt daran, dass ab einer bestimmten Portfoliogröße immer irgendeine nicht wünschenswerte Korrelation zwischen mindestens zwei Einzelwerten auftritt.

Wie lässt sich das Klumpenrisiko reduzieren oder gar vermeiden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Klumpenrisiko zu verringern oder zu vermeiden.

Am wichtigsten ist es, ein diversifiziertes Portfolio zu haben. Das bedeutet, dass das Klumpenrisiko nicht nur auf verschiedene Anlagen, sondern auch auf verschiedene Anlageklassen, Länder, Währungen und Branchen verteilt ist.

Ein gut strukturiertes Depot ist also der beste Schutz gegen eine zu große Konzentration.

Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Welchen Einfluss hat das Anlegerverhalten auf das Risiko? 

Es gibt eine Reihe von Verhaltensmustern, die zu Klumpenrisiken in Portfolios führen können, wie z.B. der Home Bias oder das Herdenverhalten.

Der Home Bias ist die Tendenz von Anlegern, mehr in ihr eigenes Land zu investieren als in andere Länder. Dies führt oft zu einer zu starken Konzentration in einem einzigen Land und einem erhöhten Klumpenrisiko.

Das Herdenverhalten beschreibt das Phänomen, dass Anleger eine Anlage oft nur dann kaufen oder verkaufen, wenn alle anderen es auch tun. Dies kann zu einem Klumpenrisiko führen, wenn immer nur blind gefolgt und die eigene Depotstruktur nicht im Blick behalten wird.

Was versteht man unter dem Ansteckungseffekt? 

Der Ansteckungeffekt ist insbesondere in rezessiven Konjunkturabschnitten zu beobachten:

Wenn einzelne Branchen unter der wirtschaftlichen Flaute übermäßig leiden und Zahlungsschwierigkeiten bekommen, werden oftmals auch Lieferanten (werden nicht bezahlt) und Abnehmer (werden nicht mehr beliefert) in Mitleidenschaft gezogen.

Der Ansteckungseffekt ist damit ein Spezialfall des Klumpenrisikos. Er ist im Vorfeld schwer einzuschätzen und es können demnach ebenso nur schwer Vorkehrungen getroffen werden.

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