Leitzins, Inflation und Corona

Leitzins, Inflation und Corona
Leitzins, Inflation und Corona

In einer Video-Anhörung des Europaparlamentes, sprach EZB-Chefin Christine Lagarde davon, dass sich die Erholung der Euro-Zone “unvollständig, unsicher und holprig” vollziehe. Die EZB sei, ihrer Aussage nach, dazu bereit, ihre “Instrumente” anzupassen.

Mehr billiges Geld

Was das – in einfachen Worten ausgedrückt – bedeutet, ist klar: die Märkte werden nötigenfalls noch weiter mit billigem Geld überschwemmt werden.

Und die aktuelle Inflationsrate scheint diesem Ansinnen auch alle Berechtigung zu geben: Die Jahresinflationsrate liegt in der Eurozone per Juli 2020 bei 0,4% und damit wieder einmal weit von dem selbst gesetzten Ziel der EZB, das nahe 2,0% liegt, entfernt.

Narrativ der EZB

Das Narrativ der EZB scheint damit wieder einmal perfekt: Die Eurozone war im Aufschwung, die Inflationsrate überstieg im Sommer 2018 sogar kurzzeitig die gewünschte Zielmarke von 2,0%. Doch dann kam Corona und machte alles zunichte; jetzt muss die Geld-Bazooka eben wieder durchgeladen werden.

Allein, es ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Wenn man sich die Entwicklung der Inflationsrate seit den umfangreichen Maßnahmen in 2016 (u.a. Abesenkung des Leitzinses auf 0%) anschaut, wird schnell klar, dass die Inflationsrate bereits seit jenem Höchststand im Sommer 2018 am Sinken war. Gegen Ende 2019 lag sie bereits wieder in etwa auf dem Niveau vor den Maßnahmen von 2016 – bei etwa 0,5%.

Wirkung überschaubar

Es ist damit das offensichtlich, was Viele schon länger befürchtet haben: Der Markt hat sich mittlerweile an die geldpolitischen Maßnahmen gewöhnt, wie ein Junkie an den regelmäßigen Schuss seiner Lieblingsdroge. Weitere geldpolitische Lockerungen der EZB werden immer schneller und wirkungsloser verpuffen.

Asset Inflation

Ganz verpuffen tun diese Maßnahmen allerdings nicht. Davon zeugen die Entwicklungen der Aktienindizes (DAX +35% seit 2016) und Immobilienpreise (Hauspreise seit 2015 etwa +28%). Das heißt es existiert sehr wohl eine Inflation. Und diese wird auch immer weiter befeuert. Aber eben eine Inflation der Sachwertpreise – bzw. im Englischen “Asset Inflation”.

Altersvorsorge und Cash-Quoten

Die Schlussfolgerungen, die Unternehmer aber auch private Anleger aus diesen Zusammenhängen ziehen sollten, ist klar: Cash-Quoten niedrig halten, Kontoguthaben niedrig halten und in Sachwerte investieren. Insbesondere die Altersvorsorge vieler Millionen Bundesbürger ist in Gefahr, wenn diese nicht anfangen, sich aktiver mit ihr auseinander zu setzen.

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