Rebase Token: Reservewährung oder Ponzi-System?

Rebase Token bzw. Elastic Supply Token haben im vergangenen Jahr nicht nur einen steilen Aufstieg sondern auch einen krassen Abschwung erfahren. Die Stimmen in den Foren und auf Social Media reichen von „Zentralbank-Alternative“ bis „Ponzi-System“. Wir haben also Grund genug, uns einmal kritisch mit Rebase Token auseinander zu setzen.

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Was ist ein Rebase Token bzw. Elastic Supply Token?

Ein Rebase Token oder auch „Elastic Supply Token“ ist ein digitaler Vermögenswert – ähnlich wie Bitcoin oder andere Kryptowährungen.

Während Bitcoin allerdings ein festes Angebot und Ethereum z.B. ein unbegrenztes Angebot an Token haben, ist das Angebot an Rebase Token dynamisch. Je nach speziellem Token werden dynamisch neue Token geprägt (minted) oder verbrannt (burned), um das Marktangebot an Token zu kontrollieren. Denn wenn das Angebot an Token erhöht wird, wird der Preis damit gesenkt und vice versa.

Sie sind oftmals mit Stablecoins oder anderen Assets unterlegt. Allerdings gerade nicht in einem festen Wechselkursverhältnis. Das unterscheidet sie von Stablecoins, die in einem festen Wechselkursverhältnis vorzugsweise zum USD stehen.

Hier finden Sie eine Übersicht über weitere Projekte bei binance.

Zusätzlich wird in der Regel ein Kursziel des Tokens ausgegeben. Wenn der aktuelle Kurs unterhalb dieses Preises liegt, werden Token verbrannt, um den Preis wieder auf das Kursziel anzuheben.

Ohm Token Preisentwicklung
Ohm Token Preisentwicklung

Das Kursziel wird bei vielen Projekten auf 1 Dollar gesetzt und damit werden aktuell zumeist neue Token an die bereits investierten Anleger ausgegeben.

Das ist natürlich eine kontrollierte Inflation der Geldmenge, die das Investment der bestehenden Anleger verwässert. Das ist wichtig zu wissen, denn offensichtlich haben viele Anleger ihr Geld blauäugig in diese Projekte investiert gehabt, ohne eine saubere Fundamentalanalyse durchgeführt zu haben.

Rebase Token vs. Investmentfonds

Rebase Token kann man sich zuerst einmal am einfachsten als eine Art Investmentfonds vorstellen. Allerdings eines eher konservativ ausgerichteten Investmentfonds.

So sind Elastic Supply Token regelmäßig mit anderen Assets unterlegt. Das sind oftmals Stablecoins wie USDT oder DAI, die an den US-Dollar geknüpft sind, und eine Beimischung von eher klassischen Kryptowerten wie Bitcoin oder Ethereum.

Olympus (die DAO hinter Ohm) wirbt sogar mit dem Slogan „Ohm – The Decentralized Reserve Currency“, also einer Art dezentraler Zentralbank.

Wie hoch der Wert der unterlegten Assets ist, wird im Treasury Value ausgedrückt.

Fundamentalanalyse Rebase Token

Es lohnt sich also in jedem Fall, sich einmal die fundamentalen Daten der einzelnen Rebase-Tokens anzuschauen, um sich einen Eindruck von der generellen Werthaltigkeit der Projekte zu machen.

Ohm, der Elastic Supply Token der Olympus DAO, beispielsweise hat zum Zeitpunkt dieses Beitrags eine Marktkapitalisierung von 604.911.679 US-Dollar und einen Treasury Value von 521.112.507 US-Dollar. Das entspricht einem Asset Backing von rund 86%.

Ähnlich gestaltet sich das Bild bei Euphoria und WAGMI:

Kursentwicklung WAGMI von Euphoria
Kursentwicklung WAGMI von Euphoria

Wer bei 1.800 Dollar gekauft hat, hatte das Projekt entweder nicht richtig verstanden oder einen sehr langen Atem.

Dennoch ergibt die Fundamentalanalyse von WAGMI wiederum ein mehr als gesundes Bild. Während der Marktpreis für einen WAGMI immer noch bei etwas mehr als 16 US Dollar notiert, liegt das Backing bei 45 USD.

WAGMI Backing im Euphoria Dashboard
WAGMI Backing im Euphoria Dashboard

Ein Fest für Arbitrageure und andere Schnäppchenjäger.

Wir halten also fest, dass die Fundamentaldaten ein gesünderes Bild zeigen als die Kurscharts.

Die Anteile sind also keineswegs wertlos. Der abnehmende Preis ist dabei genauso wenig aussagekräftig wie die teilweise exorbitant hohen Renditeversprechen mit 20.000% APY und mehr.

Eine genauere Herleitung der gewollten Verwässerung von Rebase Tokens findet sich hier.

Was sind die Chancen von Elastic Supply Token?

Die Fundamentaldaten der einzelnen Rebase-Token zeigen, dass die Projekte über ein solides Asset Backing verfügen.

Die Rebase-Mechanismen sind regelmäßig so gestaltet, dass langfristige Anleger einen Vorteil erhalten. Denn langfristig sollen die neuen Tokens aus den Rebases die damit verbundenen Kursverluste auffangen. Das ist wichtig, um zukünftig weniger Volatilität und mehr Vertrauen im Markt zu haben.

Hier finden Sie eine Übersicht über weitere Projekte bei binance.

Wer sich also von den Projekten und dahinter stehenden Ideen eingenommen fühlt, kann beherzt zugreifen.

Die den Projekten immanente Streuung über unterschiedliche Blockchain-Projekte und -Technologien bringt sogar so etwas wie Diversifiakation für Krypto mit ins Spiel.

Da einzelne Token unter dem Wert ihrer Substanz notieren, bieten sich aktuell Arbitrage-Chancen, um günstig einzusteigen.

Daher sind wir grundsätzlich der Meinung, dass Elastic Supply Tokens gerade im Bereich zukünftiger Währungsreserven eine tragende Rolle spielen könnten.

Insbesondere wenn die zugrunde liegenden Theoreme der Spieltheorie tatsächlich so greifen wie von Olympus DAO angedacht. Am Ende soll sich eine zuverlässige und sichere Verzinsung aus dem (relativ) freien Spiel der Marktkräfte um die Ohm-Token resultieren.

Also eine feste Verzinsung, ohne dass eine Zentralbank einen Zinssatz festlegt. Wir dürfen gespannt bleiben.

Daher sind wir der Meinung, dass Elastic Supply Tokens grundsätzlich gute Erfolgschancen haben, solange die dahinter stehenden Projekte fundamental stark aufgestellt sind und die Teams es schaffen, das Vertrauen in Konzept und Vision aufrecht zu erhalten.

Welche Risiken haben Rebase Token?

Zuallererst gilt es wiederum festzuhalten, dass wir uns in der Kryptowelt bewegen.

Es ist also umso wichtiger, dass jeder interessierte Anleger zuerst seine eigenen Recherchen anstellt.

Denn das größte Risiko besteht darin, sich im Vorfeld nicht genau über die Bedingungen eines Projektes zu informieren und dann hinterher dafür die Konsequenzen tragen zu müssen.

Wenn beispielsweise kein ausreichendes Asset Backup vorhanden ist und weiter bei jeder Rebase neue Anteile ausgegeben werden, ist das nichts weiter als ein Ponzi-Schema – ein Schneeball-System.

Es ist also umso wichtiger zu prüfen, wie werthaltig die enthaltenen Assets sind und welchen Einfluss die DAO auf die Zusammensetzung nehmen kann.

Das Konzept hinter den Rebase Token ist noch relativ neu und bisher nicht praxiserprobt. Es winken einerseits sehr hohe Renditen, aber andererseits auch sehr hohe Risiken.

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Welche Beispiele für Elastic Supply Token gibt es am Markt derzeit?

Derzeit gibt es eine Reihe von Elastic Supply Token auf dem Markt.

Das bekannteste Beispiel ist zweifelsohne Ohm von Olympus DAO, das immer wieder geklont wurde.

Aber auch das Metaverse-Projekt Wonderland mit dem TIME-Token ist ein sehr interessantes Projekt.

Ein weiterer Prototyp ist das Projekt Ampleforth, welches für sich einen absoluten Schutz vor Inflation und Deflation in Anspruch nimmt.

Wie kann ich Rebase Token kaufen? Schritt für Schritt

Der Kauf von Rebase-Tokens kann auf die gleiche Weise erfolgen wie bei jeder anderen Kryptowährung.

Basiswährung kaufen

Im ersten Schritt benötigen Sie eine Basiswährung wie Bitcoin, Ethereum oder Harmony One.

Diese können Sie problemlos bei einer Kryptobörse kaufen. Wir empfehlen Binance. Wenn Sie noch kein Konto bei Binance haben, können Sie sich hier anmelden.

Nachdem Sie die Basiswährung erworben haben, müssen Sie diese auf einer dezentralen Börse in die Rebase Token tauschen. Gute Adressen sind Uniswap oder Pancake Swap.

Für bestimmte Rebase Token kann es möglich sein, dass Sie eine spezielle DEx in Anspruch nehmen müssen.