Was ist ein Dispositionskredit / Dispokredit? 1

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen den Dispokredit, um sich finanziell etwas Luft zu verschaffen. Doch was ist ein Dispokredit genau? Und wie funktioniert er? In diesem Artikel erklären wir dir, was du über den Dispokredit wissen solltest. Außerdem zeigen wir dir, welche Vorteile er bietet und beantworten die häufigsten Fragen rund um das Thema Dispokredit.

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Definition – Was ist ein Dispo / Dispokredit / Dispositionskredit?

Der Dispokredit ist ein Kreditrahmen, wechen Ihnen Ihre Bank einräumt. Er ermöglicht es Ihnen, kurzfristig Geld zu leihen, ohne dass Sie vorher einen Antrag stellen müssen.

In der Regel ist der disponible Kreditbetrag gleich dem doppelten oder dreifachen Ihres monatlichen Nettoeinkommens. Sobald Sie den Dispokredit in Anspruch nehmen, beginnt die Zinszahlung.

Die Höhe der Zinsen ist von Bank zu Bank unterschiedlich und richtet sich nach dem aktuellen Leitzins. In der Regel liegt der Dispozins bei 7-15% p.a.

Weitere synonym verwendbare Bezeichnungen

Der Dispokredit wird alternativ auch als Überziehungskredit, Kreditlinie, Verfügungskredit und teilweise auch als Kontokorrentkredit bezeichnet.

In Deutschland wird die Bezeichnung Kontokorrentkredit aber mittlerweile eher im Corporate Finance (Firmenkundengeschäft) verwendet; als Synonym für den Betriebsmittelkredit.

Gesetzliche Regelung Dispokredit?

In Deutschland ist der Dispositionskredit in § 504 BGB geregelt. Hiernach bestimmen sich Informationspflichten, der Ausschluss von Vorfälligkeitsentschädigung und Weiteres.

Höhe: Welche Kreditsummen sind im Dispo möglich?

Der Dispo ist abhängig von Ihrem Nettoeinkommen und richtet sich nach den internen Richtlinien der Bank. In der Regel liegt er bei etwa dem doppelten oder dreifachen Ihres monatlichen Nettoeinkommens.

Einige Banken bieten Dispos von bis zu 50.000 Euro an, andere von nicht mehr als 10.000 Euro.


Was ist der Dispozins?

Der Dispozins ist der Zinssatz, den Ihre Bank für den Dispokredit berechnet. Die Höhe des Dispozinssatzes richtet sich nach dem aktuellen Leitzins und liegt in der Regel zwischen 7% und 15% p.a.

Der Dispozins gilt meistens nur für den in Anspruch genommenen Kreditbetrag. Sobald Sie das Geld zurückzahlen, fallen keine weiteren Zinsen an.

Wie werden Dispozinsen berechnet?

Die Dispozinsen werden grundsätzlich mit der klassischen Zinsformel berechnet. Dabei wird der Kreditbetrag, die Laufzeit und der Zinssatz herangezogen.

Die Formel lautet :

Inanspruchnahme x Zinssatz / 100 x Laufzeit in Tagen / 360.

Jeder volle Monat wird in Deutschland mit 30 Tagen berechnet.

Da die Inanspruchnahme schwankt, muss für jeden Zeitraum eine durchschnittliche Inanspruchnahme bestimmt werden.

Was sind die Vorteile des Dispokredits?

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Kuzfristige Liquidität

Der Dispo ist eine gute Möglichkeit, kurzfristig Geld zu leihen. So können Sie beispielsweise unvorhergesehene Ausgaben decken oder Ihr monatliches Budget aufstocken, bis das nächste Gehalt eingeht.

Flexibel

Der Dispokredit ist in der Regel sehr flexibel und Sie können jederzeit Geld abheben oder zurückzahlen.

Keine Bearbeitungsgebühren

Zudem fallen in der Regel keine Bearbeitungs- oder Nebenkosten an.


Was sind die Voraussetzungen für den Dispokredit?

Um einen Dispositionskredit abschließen zu können, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen.

Girokonto

Grundvoraussetzung ist ein Girokonto. Denn nur ein Girokonto verfügt über die technischen Möglichkeiten, um ins Minus gehen zu können.

Ein Girokonto (auch: Kontokorrentkonto) erhalten Sie bei den allermeisten deutschen Banken und natürlich auch online.

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Wir empfehlen das Giokonto von Revolut.

Mindestalter 18 Jahre

In der Regel müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein, um einen Dispo beantragen zu können.

Einkommensnachweis

Kredit ohne schufa trotz sofortkredit
Kredit ohne schufa trotz sofortkredit

Bei den meisten Banken reicht es aus, wenn bereits einige Male Ihr Gehalt auf dem Konto eingegangen ist. Andere Banken wiederum verlangen Ihre Lohn- oder Gehaltsabrechnung oder Kontoauszüge von einem Drittbankkonto.

SCHUFA Auskunft und Eintrag

Da der Dispokredit ein Kredit ist, führt die Bank bei jedem Antragsteller eine Schufa-Auskunft durch.

Außerdem wird der Dispositionskredit als positives Merkmal in die SCHUFA-Akte eingetragen.

Falls Sie einen Kredit ohne SCHUFA wünschen, könnte Sie dieser Artikel interessieren: Kredit ohne SCHUFA.

Antrag – Wie beantrage ich einen Dispokredit?

Den Dispokredit können Sie in der Regel relativ formlos beantragen: durch einen Anruf in der Filiale.

Bei modernen Online Banken können Sie den Dispositionskredit auch online oder in der Banking App dazubuchen.

Viele Banken gewähren den Dispo mittlerweile direkt bei der Kontoeröffnung.

Wie kann ich meinen Dispo erhöhen?

In der Regel ist es problemlos möglich, seinen Dispo zu erhöhen: Dafür wenden Sie sich einfach an Ihre Bank bzw. Kreditinstitut und bitten darum, den Kreditrahmen zu erhöhen.

In der Regel müssen Sie zur Erhöhung Ihres Dispositionskredits keinen Grund angeben. Allerdings kann es sein, dass die Bank einige Fragen stellt.

Zum Beispiel: Wie sich Iihre finanzielle Situation in den letzten Monaten entwickelt hat oder was Sie mit dem zusätzlichen Kreditbetrag vorhaben.


Gibt es einen Dispo ohne Einkommen?

Grundsätzlich ist es möglich, einen Dispokredit ohne regelmäßiges Einkommen zu beantragen.

So gibt es Rahmenkredite, die auf dem Konto eingerichtet werden und bei denen nicht auf das Einkommen abgestellt wird.

Stattdessen muss der Kreditnehmer andere Sicherheiten (zum Beispiel ein Wertpapierdepot) stellen.

Wer sind die Anbieter von Dispokrediten?

Kredit trotz negativer SCHUFA
Kredit trotz negativer SCHUFA

Die meisten deutschen Banken und Sparkassen bieten ihren Kunden einen Dispokredit an.

Wenn Sie ein Girokonto bei einer dieser Banken haben, können Sie in der Regel auch von dem Dispokredit Gebrauch machen.

Gibt es einen Dispo trotz SCHUFA Eintrag?

Einen Dispokredit trotz SCHUFA Eintrag gibt es leider nicht. Alle Banken knüpfen die Ausreichung eines Dispokredites an das Nihtvorhandensein negativer SCHUFA Einträge.

Falls Sie dennoch einen Kredit trotz SCHUFA benötigen, empfehlen wir Ihnen den folgenden Beitrag: Kredit trotz SCHUFA.

Was tun, wenn ständig im Dispo?

Wenn Sie ständig im Dispo sind, kostet das natürlich Zinsen und mindert somit unmittelbar Ihr monatliches Einkommen. Daher sollten Sie solch einen Zustand niemals zu lange hinnehmen.

Doch es gibt ein paar einfache Tricks, mit denen Sie wieder aus dem Dispo herauskommen können.

Dispo schrittweise reduzieren

Der einfachste Weg, um Ihren Dispo zu reduzieren, ist, einfach jeden Monat einen festen Betrag (z.B. 50 Euro) vom Dispo weniger auszunutzen. Wenn Sie zum Beispiel jeden Monat den Dispo von 500 Euro ausnutzen und dann aber jeden Monat 50 Euro weniger davon ausnutzen, ist der Dispo nach etwas mehr als 10 Monaten zurückgeführt.

Der Nachteil dieser Methode ist allerdings, dass es dem menschlichen Naturell widerspricht so diszipliniert und planend vorzugehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass es den meisten Menschen nicht gelingt, den Dispo allein mit soviel Selbstbeherrschung zurückzuführen. Nach ein paar Monaten muss dann doch – z.B. wegen außergewöhnlicher Ereignisse – auf den Dispo zurückgegriffen werden; und schon ist die Inanspruchnahme ausgeweitet.

Auf dem Sparkonto Rückführungssumme ansparen

Eine weitere Möglichkeit, um den Dispo zurückzuzahlen, ist es, ein Sparkonto anzulegen und dort jeden Monat die gleiche Rückführungssumme (die Differenz aus dem Einkommen und den Ausgaben) einzuzahlen. Sobald genügend Geld angespart ist, kann der Dispokredit dann getilgt und gekündigt werden.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass es aufgrund der Zinsen, die Sie auf Ihr Sparkonto erhalten, relativ lange dauern wird, bis die Rückzahlungssumme zusammen ist.

Darüber hinaus muss sehr diszipliniert vorgegangen werden: Die monatliche Rückzahlungssumme und das angesparte Sparguthaben dürfen nicht für andere Zwecke ausgegeben werden, da ansonsten die Rückzahlung des Dispokredits in weiter Ferne liegt.

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Kredit aufnehmen und Dispo ablösen

Die dritte Möglichkeit besteht darin, einen Kredit aufzunehmen und damit den Dispokredit zu tilgen. Dies ist relativ unkompliziert und kann in der Regel online beantragt werden.

Der großer Nachteil dieser Methode ist, dass Sie sich so noch weiter verschulden. Allerdings können Sie mit einem Kredit zu günstigeren Konditionen (z.B. einem Ratenkredit) den Dispokredit ablösen und so Kosten sparen.

Hier finden Sie weitere Informationen dazu: Kredit umschulden.


Fazit Dispokredit

Ein Dispokredit ist ein Darlehen, das von den meisten Banken und Sparkassen zur Verfügung gestellt wird. Es kann in Anspruch genommen werden, sobald das Girokonto eröffnet wurde und ist somit für viele Menschen die erste Möglichkeit, sich Geld zu leihen.

Der Dispokredit hat jedoch auch einige Nachteile: So kostet er relativ hohe Zinsen und kann daher teuer werden, wenn er längere Zeit in Anspruch genommen wird. Zudem kann es schwierig sein, den Dispokredit wieder zurückzuzahlen, da Unvorhegresehenes und die menschliche Psyche im Wege stehen können.

Wenn Sie ständig im Dispo sind und den Dispokredit nicht mehr zurückzahlen können, sollten Sie daher einen Kredit aufnehmen, um den Dispokredit zu tilgen. Auf diese Weise können Sie Kosten sparen und sich nicht weiter verschulden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Wann lohnt sich ein Dispo?

Ein Dispokredit lohnt sich in erster Linie dann, wenn Sie damit kurzfristig handeln wollen. Ein kurzfristig verfügbares Schnäppchen kann eine höhere Ersparnis bieten, als der Dispo Zinsen kostet.

Langfristige Finanzierungen über den Dispo (hier schon länger als 6 Monate) sind niemals lohnend.

Was sind die Alternativen zum Dispo?

Die wichtigste Alternative zum Dispo ist der Ratenkredit. Er ist zwar nicht so spontan verfügbar, lohnt sich aber für langfristige Planungen.

Aber auch Kreditkarten, Käufe mit Zahlungszielen oder der Abschluss eines Kaufvertrages mit einer Ratenzahlung bieten sich als Alternative an.